Um die aktuelle Situation einordnen zu können, was durch die Corona-Pandemie mit uns geschieht, hilft es, ganz weit weg zu zoomen. Deshalb hier in wenigen Sätzen der Versuch, die weltweit ausstrahlende Krise in Gottes Perspektive zu bringen:

Gott ist Schöpfer, Erhalter, Versorger der ganzen Erde und sieht uns Menschen liebevoll als Gegenüber. Dass wir Gott vertrauensvoll unseren liebenden Vater nennen, lernen wir von Jesus Christus. In ihm kommt Gott den Menschen so nahe, wie nirgendwo sonst. Deswegen wird Jesus Christus auch als das lebendige Wort Gottes bezeichnet. Dieser Mann trat zu seiner Zeit mit folgendem unglaublichen Anspruch auf: "Mit mir bricht das Endgültige an - Gottes Reich auf der Erde. Es wird wachsen und zunehmen und viel Frucht bringen." Für Jesus war dies der Beginn des endgültigen Zeitabschnittes, der selber kein Ende hat. Eine Zeit, die ständig Veränderung und Erneuerung mit sich bringt - wie bei Wachstum üblich.

Christen glauben, dass dieser Mann nicht nur vor langer Zeit lebte, sondern, dass man auch heute zu ihm eine Beziehung haben kann. Nicht zu ihm als Menschen, sondern zu ihm, weil er Gott ist, Herr über alles. Ein Herrscher, der jedoch nicht distanziert autoritär bleibt, sondern eine vertrauensvolle, persönliche Beziehung zu jedem Einzelnen sucht. Paradox? Ja, und gerade deshalb geheimnisvoll, lebensverändernd, Gedanken sprengend und erlebbar!

Menschen erleben Krisen als schlimm, da Gewohntes zerstört wird und viel Halt verloren geht. Zuversicht schenkt darin die Gewissheit, dass Gott der Halt ist und dass er weder uns noch die Welt untergehen lässt, sondern beides ständig erneuert. Auch heute, mitten in der durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelösten Krise, stimmt diese Haltung, die wir von Jesus lernen. Es hilft uns vertrauensvoll mit zuversichtlichen Schrittlein unsichere Tage zu erleben. So schaffen wir die Ballance zwischen den zwei Extremen:

  1. Entweder die Probleme ausblenden und deswegen unvorsichtig in noch tiefere Herausforderungen schlittern,
  2. oder sich von Angst bis hin zu Endzeitpanik gefangen nehmen und blockieren lassen.

 

Wir sind aufgefordert, uns von göttlichen Prinzipien leiten zu lassen und von der Liebe, so verschwindet Angst und unangebrachte Panik. Einige Gedanken sollen dies verdeutlichen:

  • Wir haben eine Regierung, die versucht möglichst umsichtig die Verantwortung zu übernehmen, um eine rasante Verbreitung des Virus zu verlangsamen. So kann das Gesundheitssystem vor Überlastung geschützt werden und die Gefahr vieler Todesfälle verhindert werden. Viele Menschen in Medizin und Pflege setzen sich unermüdlich ein. Dafür sind wir dankbar, verhalten uns solidarisch und unterstützen die Bemühungen.
  • Keine Krise, Angst oder Panik kann Reich Gottes aufhalten. Alles trägt dazu bei, dass weiter zunimmt, was mit Jesus Christus begann. Wir erwarten keine Zerstörung, sondern die zunehmende Offenbarung von Gott, der in menschlichen Herzen Wohnung nimmt.
  • Suchet das Wohl der Stadt, in die ich euch geführt habe, und betet für sie zum HERRN; denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl! Jeremia 29,7.
    In diesem Sinn können wir beten und uns in dieser Prüfung mit unserer Umwelt verbinden.
  • Es zeigen sich auch jetzt viele Zeichen, die mitten in einer Krise Hoffnung schenken. Unterstützung sowohl von Mitmenschen als auch von Staaten, die global zusammenarbeiten, beweist neue Möglichkeiten des Miteinanders.
  • Wir lassen uns emotional von Leid berühren und sprechen mitten hinein das Leben. Dies ist unsere Aufgabe als Könige und Priester des lebendigen Gottes, der die Hoffnung ist und auch in aussichtslosen Situationen eingreifen kann.
  • Nichts hindert uns daran, vermehrt Menschen anzurufen oder Sprachnachrichten auszutauschen und kreativ zu werden, um füreinander da zu sein.
  • Es wird rundherum Angst gemacht, auch von Christen, die schnell an „Endzeit“ oder an "Strafe Gottes" denken. Weist dies bitte mit überlegten, sachlichen Argumenten und geführt vom Geist zurück.
  • Diese Zeit ist eine Chance für Staaten, Konzerne und Einzelpersonen sich zu besinnen und zum Wohl dieser Schöpfung und der Menschen umzudenken. Die Achtung der Menschenrechte, Umweltschutz und eine globale soziale Gerechtigkeit zielen in diese Richtung. Jesus sagte: "Denkt um (oft übersetzt mit: tut Busse), denn das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen." Mit ihm brach dieser endgültige Zeitabschnitt an und wir stecken mittendrin. Deswegen erneuern wir ständig unser Denken und damit unsere Lebensweise, denn Reich Gottes steht für Leben, das lebenswert ist.
  • Es gibt kein allmächtiges Virus, keine allmächtige Krise und keine allmächtige Angst. Über allem steht der lebendige Gott der Liebe, der für uns da ist. Also lasst euch nicht bestimmen von Angst, sondern von Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat. Rettung kommt von ihm.

Deswegen ermutigen wir alle Mitmenschen nach 1. Korinther 13,13 mit
Glauben,
Hoffnung,
Liebe,
diese drei bleiben bestehen. Am grössten von ihnen ist die Liebe.
Denn wir dürfen den lebendigen Gott vertrauensvoll Papa (bei Jesus Abba' = zärtliche Anrede für Vater in aramäisch) nennen. Er ist für uns da und versorgt uns.